Kapitel 02 / 06
Was plant die AfD für dein Geld, deine Rente, dein Klima?
→ Zur komplette Tour (mit Animation & Quiz)Behauptung
„Das Klima kann der Mensch nicht schützen.“
Realität
Der Satz steht wörtlich im Wahlprogramm (S. 79) — samt geplantem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen.
Warum das schlecht ist
Wer die Ursache leugnet, lässt die Folgen einfach geschehen. Bis 2050: 280 bis 900 Mrd. € Schaden.
Der Satz ist keine Randbemerkung, sondern die Grundannahme der AfD-Klimapolitik. Die vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte Studie rechnet bis 2050 mit Klimaschäden von 280 bis 900 Milliarden Euro. In der Bundestagsdebatte hieß es, ein Ausstieg aus dem Pariser Abkommen wäre der „sichere Weg“ in die Isolation.
„… die sofortige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland sowie die Instandsetzung der Nord Stream-Leitungen.“
AfD-Wahlprogramm 2025 (PDF, afd.de), S. 92 · VSB 2025, S. 86–87 · abgerufen 2026-09-03Hintergrund
Wortlaut im Wahlprogramm (S. 92), Kapitel „Äußere Sicherheit“. Im Klartext: Die Forderung läuft darauf hinaus, Russlands Krieg zu finanzieren, während er läuft. Der Verfassungsschutzbericht ordnet ein: Teile des Verdachtsfalls „AfD“ vertraten „eindeutig prorussische Narrative“, mehrere Abgeordnete beteiligten sich an der Kampagne „Stoppt die Sanktionen“.
Behauptung
„…als eine dritte Säule der Sicherheitsarchitektur vor Ort eine freiwillige Bürgerwacht aufbauen.“
Realität
Polizeirechtler Thiel: „verfassungsrechtlich problematisch“.
Warum das schlecht ist
Bürgerwehren mit Hoheitsrechten sind nicht erlaubt. Dieselbe AfD kündigt den Rundfunk.
Polizeirechtler Markus Thiel (Polizeihochschule Münster) in zdfheute (30.08.2026): „verfassungsrechtlich problematisch, und zwar mit Blick auf die Grundrechte und den sogenannten Funktionsvorbehalt“ — Hoheitsrechte gehören nach Art. 33 GG in den öffentlichen Dienst. Eine „Bürgerwehr“ mit hoheitlichen Befugnissen sei „nicht erlaubt“. Zur Rundfunk-Kündigung (Sofortmaßnahme Nr. 3 des Programms „Das Land zuerst.“, Landesparteitag Magdeburg 11.04.2026): Die DW nennt den Kurs nach der Wahl einen „radikalen Gesellschaftsumbau“ — der Kampf gilt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (DW, 06.09.2026).
Der Begriff kommt nicht aus der Asylpolitik, sondern aus einem Geheimtreffen in Potsdam: AfD-Politiker berieten dort mit Neonazis und dem Kopf der Identitären Bewegung die „Remigration“ — auch über Menschen mit deutschem Pass. Die Unwort-Jury wählte ihn zum Unwort des Jahres: eine „beschönigende Tarnvokabel“.